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JOHNSTON – Welcome To The Weaseldome

1. Mrz. 2011 | von
johnston-welcome-to.the-weaseldome-cover-artwork

Band: JOHNSTON
Album:
"Welcome To The Weaseldome"
Genre: Death Metal
Spielzeit: 55:41
Release Date: 2010
Label: Dead Master´s Beat
Web:
Bewertung: 8 / 10


Stechen die denn aus der Masse heraus? Ohne Zweifel ein klares Ja!

Neun Jahre ist es nun her, dass JOHNSTON gegründet wurden, und es gab ganze vier Besetzungswechsel, bis die Band ihr erstes Album veröffentlichte. Nach so langer Zeit und ganz ohne vorherige Tonträger wie Demos oder EPs sind Erwartungen an so eine Scheibe natürlich hoch. Die gute Nachricht ist, dass man nicht enttäuscht wird, die schlechte, dass man schon nach 32 Minuten auf die Anlage schaut und sehen muss, dass es das leider schon war.

Sechs Songs haben es auf das Debüt geschafft, die erste große Frage muss bei den gefühlten Millionen Death-Bands daher sein: Stechen die denn aus der Masse heraus? Ohne Zweifel ein klares “Ja”!

JOHNSTON liefern durchdachte Musik, die zum einen Teil eine sehr interessante Mischung aus gekannter Brutalität in nie gesehener Verspieltheit ist, zum anderen ein steter Hauch Selbstironie. Das gibt dem Album eine wirklich einzigartige Atmosphäre.

Das mag man nach dem ersten Song “Bring it on” gar nicht vermuten, denn irgendwo her scheint man das alles zu kennen. Dieses Gefühl verschwindet bei “Feel my Presence” ganz schnell wieder, denn hier greift JOHNSTONS Markenzeichen: Die konfuse Kombination aus bitterbösem Gegrowle und den fröhlich wirkenden Melodien. Die Texte, die unter anderem mal wieder von den menschlichen Abgründen erzählen, erscheinen dadurch in einem vollkommen anderen Licht. Gleichzeitig bekommt man auch amüsante Textzeilen wie “Desruption of Braunschweig” und viele in den Text mit einbezogene “Ooooooh”s und “Rroooooorrr”s präsentiert.

Song fünf ist leider etwas langweilig und klischeehaft geraten, was unter den restlichen krank-schönen Songs keine Schande sein muss. Den Höhepunkt gibt es wunderbarerweise am Ende, “Witchshot@Okawango_Delta” treibt das stilistische Spielchen noch ein ganzes Stück weiter. Der Song handelt von einem schwer verletzten Soldaten; das ist zunächst nichts Neues möchte man meinen, allerdings geht der Text in eine ungewohnte Richtung und stellt die ganze Thematik einem Vergleich mit Affen gegenüber, während die im Kontrast stehende, fröhlich bescheuerte Melodie-Führung das Ganze nochmal pusht. Dies schließlich macht den Song textlich, musikalisch und gesamt betrachtet zu einem echten Stück Kunst. “My bulletproof west, cannot protect me from the souvenirs of my quest, I’ll never walk upright again”.

Wer auf abgedrehte Musik mit echtem künstlerischen Wert steht, sollte sich JOHNSTON anhören. Der große Kritikpunkt ist und bleibt die Länge des Albums, da wäre mit Sicherheit mehr drin gewesen. Mit ein bisschen mehr Tempo wären vielleicht sogar noch verwirrtere Songs möglich gewesen, aber das hat mehr mit persönlichem Geschmack zu tun.


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