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Reload Festival

21.05.2011: Morgoth & The Very End & Dawn Of Disease, Bremen

26. Mai. 2011 | von

Dong Open Air

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Hier findet ihr die Konzertbilder aus dem Tower!

So geil Brutal Death Metal, Technical Death Metal und sonst was von Death Metal auch sein mögen: Old School ist und bleibt das Geilste im Death Metal. “Warum?”, fragt Ihr? Ganz einfach: MORGOTH!

Aber der Reihe nach. MORGOTH waren eine der ersten Bands aus dem Death Metal bzw. aus deutschen Landen, die 1990 einen weltweiten Plattendeal einheimsen konnte. Nach den legendären Demos „Pits Of Utumno“ und„Resurrection Absurd“, griffen Century Media zu und „Cursed“, das erste vollständige Album erschien… der Rest ist Geschichte und sollte jeder, der auch nur annähernd sich mit Death Metal beschäftigt, im Schlaf aufsagen können.

MORGOTH hatten schon seit mehreren Jahren reichlich Angebote, eine Reunion-Tour bzw. Festivalgigs zu fahren. Doch erst Ende des letzten Jahres entschieden sie sich, das Ding auch wirklich durchzuziehen. Eigentlich ja erstaunlich, da Sänger Marc Grewe immer und immer wieder, jahrelang, sämtliche Gerüchte dementiert hatte und er auch sonst mit diversen Projekten „ausgelastet“ war, aber ich schweife ab. Und da„Cursed“ 2011 sein 20 jähriges Jubiläum feiert, ist der Zeitpunkt eigentlich perfekt gewählt.

Unglaublicherweise sollte die Band vor ihrer Festival-Tour noch zwei Warm-Up-Gigs machen, und einer davon führte sie hierher. Und man muss es sagen: es war ein Triumphzug!

Am Tower angekommen fiel erst einmal auf: nichts los? Man befürchtete schlimmes. Aber nach und nach trudelten viele Metaller und die Party konnte starten. Und die startete mit DAWN OF DISEASE aus Osnabrück. Vor mal gar nicht so langer Zeit spielten die Jungs bereits im hiesigen Römer und durften nun MORGOTH supporten. Nachdem die Jungs den Verfasser dieser Zeilen freundlicherweise ihren halben Vorrat an Süßigkeiten übergaben, enterten sie die Bühne und gingen gleich gut ab. Leider stand die ganze Meute da fast noch komplett draußen und so beachteten und bangten leider nur ein paar vereinzelte Metaller. An der Mucke kann es eigentlich nicht gelegen haben, denn die Jungs zelebrierten sehr gekonnt ihren Death Metal schwedischer Prägung mit einem Hang zum US-Death Metal und boten fast komplett ihre Debütscheibe „Legends Of Brutality“, die ich den Lesern hier nur wärmstens empfehlen kann. Allerdings warteten die meisten wohl dann doch eher auf die Old School-Bedienung. Sei es drum, Jungs. Nicht böse sein.

Anschließend dann THE VERY END. Passten eigentlich nicht sooo wirklich zum Abend mit ihren doch recht modernen Sound. Und auch der Verfasser dieser Zeilen strafte die Band mit Nichtbeachtung, zumindest was das „Angucken“ angeht. Allerdings was man „hörte“ war nicht unbedingt der Bringer und war leider auch viel zu laut abgemischt.

Dann war es soweit und MORGOTH baten zur Old School-Huldigung. Und es war ein Triumphzug. Für Towerverhältnisse mit einem fantastischen Sound ausgestattet waren von der ersten bis zur wirklich allerletzten Minute des rund 70 minütigen Gigs nur moshende, bangende und luftgitarrenspielende Metaller zu sehen, die es sichtlich genossen die Band endlich mal live zu sehen oder mal wieder zu sehen, denn der eine oder andere war dabei, der die Band schon damals, als „Cursed“ erschien, live sehen konnte (und die ich dafür beneide!). Und auch die Band genoss es sehr. Auch wenn von der letzten Besetzung vor der Auflösung „nur“ noch Marc Grewe und Gitarrist Harry Busse dabei sind, so war die Band doch verdammt tight im Zusammenspiel und hatte mächtig Spaß in den Backen und haute, wie es auch angekündigt war im Vorfeld, fast das komplette „Cursed“-Album uns vor den Latz – ein, nein mehrere O(h)rgasmen hintereinander. Unsterbliche Klassiker wie „Body Count“, „Isolated“ (grandios!), „Sold Baptism“, die lautstark und am meisten abgefeierten Uralt-Tracks „Pits Of Utumno“, „Burnt Identity“ oder „Selected Killing“. Man brauchte nur in die Runde zu schauen und man konnte an den anwesenden Leuten sehen, wie geil das war. Als dann als Zugabe noch „Under The Surface“ (der heimlicher Favorit des Verfassers) vom nicht minder genialen Album „Odium“ in die Ohrmuschel gelangte, da war der Old School-Abend perfekt.

Über Sinn oder Unsinn von Reunions wollen wir gar nicht diskutieren, da gibt es Pro und Contras. Aber MORGOTH scheinen es richtig gemacht zu haben. Denn der Zuspruch in Bremen und am Tage zuvor in Wermelskirchen war unglaublich, die Band hat nichts verlernt und versammelte „Alte Säcke“ genau wie „Jungspunde“, die somit endlich mal die Chance erhielten, eine der ersten Death Metal-Bands überhaupt live zu Gesicht zu bekommen. Und wie am Anfang schon erwähnt, scheiß auf Brutal Death, Gefrickel oder sonst irgendwas was sich Geknüppel nennt: Old School Death Metal ist die einzig wahre Lehre, wie man Brutalität wirklich rüberbringt. So und nicht anders.

Tracklist (ohne Gewähr):

„Body Count“
„Exit To Temptation“
„Unreal Imagination“
„Isolated“
„Sold Baptism“
„Suffer Life“
„Selected Killing“
„Burnt Identity
„Pits Of Utumno“
„Lies Of Distrust“
„Travel“
„White Gallery“
Encore:
„Under The Surface“
„Resistance“

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