16.07.2011: Metal Splash Open Air, Rotenburg
20. Jul. 2011 | von Sabrina“Rotenburg, ihr seid hübsch und lecker!”
Am vergangenen Wochenende, oder besser am 16.07.2011, lud das Metal Splash Open Air zur vierten Metal-Party am Strand ein. Das kleine, atmosphärische Festival hatte den anwesenden Zuschauern dieses Jahr ein größtenteils eher modernes und thrashiges Billing anzubieten – mit dabei waren unsere Voting-Gewinner von CLEAR SKY NAILSTORM, zudem CRAVING, ERADICATOR, DESCEND, BLOODWORK, BLACK OUT BEAUTY, CRIPPER, MAINTAIN, CATARACT und der Headliner ILLDISPOSED. Nachdem am Freitag-Abend bereits die Warm Up Party im Großen und Ganzen recht gut angenommen wurde und einige Besucher bereits ihre Nachtlager zwischen den Sträuchern am See aufgeschlagen hatten, ging das eigentliche Festival dann am Samstag um 14:45 mit CLEAR SKY NAILSTORM los – letztere und auch die Oldenburger von CRAVING haben wir auf Grund des Streiks des Metronoms leider verpasst.
Der erste Act an diesem Tag war für uns dann also die Thrash Metal-Band ERADICATOR. Die recht junge, seit fünf Jahren existierende Band präsentierte dem Metal Splash ihren geradlinigen, teils eingängigen Thrash Metal älterer Prägung, der aber größtenteils schön auf die Zwölf war, und zeigte trotz noch geringer Zuschaueranzahl reichlich Spielfreude. Hierbei profitierten sie vom guten Sound und kamen beim Publikum unter´m Strich gut an, welches die Band nach und nach mit mehr Headbangern belohnte. In die Setlist haben es sowohl Songs vom kommenden, im Herbst erscheinenden Album, beispielsweise “Baptized In Blood”, als auch Songs vom Debütalbum ”The Atomic Blast” wie z.B. “Capital Punishment” geschafft.
Nach der obligatorischen Umbaupause von 20 Minuten waren die Schweden von DESCEND an der Reihe, die der immernoch eher geringen Anzahl von Zuschauern ihre Art des technischen, anspruchsvollen und progressiven Melodic Death Metals boten, wobei besonders das groovige und teils verfrickelte Drumming auffiel. Doch auch die Schweden störte die Zuschaueranzahl nicht und so legte sich die Band ordentlich ins Zeug – vor allem Sänger Nima, der seinen Gesang vielseitig einzusetzen wusste. Auch der Sound war hier an sich wieder gut, bis auf die Ausnahme, dass an einigen Stellen eine Gitarre unterging. Neben schnellen und brutalen gab es auch ruhigere, atmosphärische Parts, bei denen speziell OPETH-Einflüsse zum Vorschein kamen. Nach 40 Minuten ließ die Band das Publikum zufrieden zurück, das sich leider erst ab der zweiten Hälfte so wirklich bemerkbar machte.
Gegen 18 Uhr betraten die Paderborner BLOODWORK die mit weißen Planen bestückte Metal Splash-Bühne. Obwohl es 2009 nicht ganz zum Sieg beim Metal Battle in Wacken reichte, dürfte vielen Metalfans diese Band bekannt sein. Dutzende Shows, eine Live-DVD, sowie die in diesem Jahr absolvierte Piss Drunk Tour mit DRONE sind Fakten, die für BLOODWORK sprechen. Los ging das Konzert mit dem Opener “In Vein”, gefolgt von großen Nummern wie “A Cycle Once Broken”, “Demonic” oder “Silent Revolution”. Man merkte, dass Frontman David das Publikum im Griff hatte, besonders als er versuchte, die Fans dazu zu bringen, Pirouetten zu drehen – anscheinend sind Circle Pits aus der Mode. Auch der Cleangesang von Gitarrist Nikko klang wie gewohnt gut. Zum Abschied gab es die Mitsing-Hymne “The Eternity Syndrom” … again and again and again…!
Langsam ging die Sonne unter und es wurde kühler. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es Zeit wurde für die Hannoveraner Thrash-Institution CRIPPER. Die vier Herren um Schreihals Britta - ja genau, CRIPPER werden von einer hervorragenden weiblichen Stimme angeführt – spielen modernen Thrash Metal, an dem sich Kuttenträger, Death Metal-Fans und Besitzer getunnelter Ohrläppchen erfreuen konnten. Die Band spielte einen Knaller nach dem anderen runter und ohne viel Geschnatter wurde dieser kraftvolle Ohrenschmaus dem Publikum serviert. Die tobende Meute bedankte sich mit einem astreinen Moshpit für eine gute Performance und den Spitzensound.
Als es schon etwas dunkler war, konnte man nun die zurückgefundenen MAINTAIN aus Walsrode begrüßen, denn dies war nach 2008 schon der zweite Auftritt der Band auf dem Metal Splash. Mit verdammt gutem Sound präsentierte die Band ihren modernen Metal dem Publikum, das diesen auch gut abfeierte. Sound als auch das Bühnenlicht sorgten für eine coole Atmosphäre vor und auf der Bühne und auch technisch konnte die Band Punkte gewinnen. Tighte Riffs machten dieses Konzert zu einem der besten dieses Tages. Selbst eine Wall Of Death konnte man durchführen, jedoch war das Metal Splash-Publikum so ungeduldig, dass man gekonnt das Einzählen von SängerTimo ignorierte.
Sowohl die Luxemburger Black Out Beauty als auch die Schweizer von Cataract wurden von uns nicht angeschaut, da man sich mal eine Auszeit genommen hatte und sich am See bzw. auf dem Campingplatz aufhielt. Laut Aussagen von ein paar Besuchern und was man von dort aus so mitgekriegt hat an Lärm, schien es jedoch auch ganz ordentlich gewesen zu sein.
Gegen halb zwölf war es dann Zeit für den Headliner und ILLDISPOSED eröffneten ihre anstehende 60-minütige Show mit dem Opener “Your Own Best Companion” vom aktuellen Album “There Is Light (But It´s Not For Me)”, worauf gleich danach “Heaven Forbid” in die Menge geschossen wurde. Und “geschossen” ist hier wohl der richtige Ausdruck: die Songs knallten tight und druckvoll von der Bühne und die Dänen hatten von Anfang an das fast vollzählig anwesende Publikum voll im Griff, was nicht zuletzt an der Performance und Bühnenpräsenz von Frontmann Bo Summers lag. Der Sound befand sich an diesem Abend so gut wie auf dem Zenit und die Songs klangen fast wie auf Platte. Neben hervorragendem Anstacheln und Animieren der Zuschauer, zeigte Bo Summers wieder seine Art von Humor und betitelte das Metal Splash-Publikum während einer Ansage kurzerhand als “hübsch und lecker”. Der Schwerpunkt der Songauswahl lag eindeutig auf der Präsentation des neuen Albums, so gab es neben o.g. Songs noch “The Taste Of You” und “Rape” inklusive Intro. Aus älteren Werken wurde u.a. “A Child Is Missing” vom 2008er “The Prestige”ausgewählt. Unter´m Strich ließ sich nach mehr als 60 Minuten sagen, dass ILLDISPOSED dem Rotenburger Publikum wohl als eine sehr gute Live-Band in Erinnerung bleiben werden.
Nach diesem würdigen Abschluss des vierten Metal Splash Open Airs kann man insgesamt von einem durchaus gelungenen Festival reden. Gut waren die Bandauswahl, die Größe des Festivals, die Atmosphäre unter den Besuchern, die Leistungen der Bands und vor allem der Sound – über die hervorragende Lage direkt am See bedarf es keiner weiteren Worte, da dies schon Grund genug ist, dieses Festival einmal zu besuchen. Auch die Toiletten konnten in puncto Sauberkeit überzeugen und der Preis von 30 Cent war gerechtfertigt. Ein paar Dinge gibt es dennoch zu bemängeln: da wäre zunächst einmal die Platzierung der Bierbude vorne links vor den Boxen und im Zusammenhang damit die Tatsache, dass das Bier einiger Besucher nach dem Kauf bereits schal war, da es dort häufig recht lange rumstand. Weiterhin könnte der Platz vor der Bühne ein wenig vergrößert werden und die Aktion mit der Schließung der Essensbude während des Headliners war für einige hungrige Zuschauer mehr als doof. Dennoch überwiegen ganz klar die positiven Kritikpunkte und wer beim Wacken von einer persönlichen, familiären Metal-Party spricht, sollte im nächsten Jahr die Reise zum Metal Splash in Betracht ziehen.












[...] Leser dieses Magazins werden sich noch an das METAL SPLASH FESTIVAL der letzten Jahre erinnern können. Zum fünften Geburtstag ist METAL4 mit eingestiegen und hilft eifrig mit, vom 19. [...]