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10.04.2010: Live in Bremen, Schlachthof Bremen

11. Apr. 2010 | von


live_in_bremen_2010Platzierung:

  1. FUCKING IN CHAMPAGNE
  2. NUT BASEMENT
  3. A DAY OF MINE (CD-Review auf metal4bremen.de)
  4. HOT CAMSHAFT
  5. PYROSIS
  6. CASSETTES

An diesem Samstag war es wieder so weit: Die Creme de la creme der Sponsoren Bremens präsentierte die Creme de la creme der Bands beim „Live in Bremen“ im Schlachthof. Sieger wurden FUCKING IN CHAMPAGNE mit ihrer individuellen Mischung aus Pop, Funk und Rock.

Die anderen Bands bestachen in den meisten Fällen nur durch eine der beiden Kernkompetenzen: Einige waren musikalisch gut, bei anderen stand die Show im Vordergrund.

PYROSIS, die den Anfang machten, gehörten zu ersterer Kategorie. Neben der wirklich guten, wenn auch leider wenig innovativen, Rockmusik stach vor allem die Stimme des Sängers hervor. Ansonsten scheiterte die Gruppe wohl am zu geringen Wiedererkennungswert sowie der mangelnden Bühnenpräsenz, denn obwohl die Songs durchaus mehr hergegeben hätten, bewegten sich die Musiker nur sehr sparsam.

HOT CAMSHAFT danach waren da in der Show schon überzeugender, professioneller und vor allem deutlich älter. Natürlich gab es auch hier Kritikpunkte: Die Performance des Sängers driftete gelegentlich zu sehr in Klischee-Homosexuelle Gefilde ab – damit meine ich nicht die Knutscheinlage mit dem Lead-Gitarristen, sonder vielmehr dieses ständige Gereibe am Mikrofonständer. Insgesamt war es aber wohl die Musik, die HOT CAMSHAFT eine höhere Platzierung gekostet hat: Die Instrumente wurden beherrscht, und so klang die Band stellenweise wirklich wie das offenbare Vorbild AC/DC. Aber, die sind nunmal auch schon etwas länger her.

Die dritte Band A DAY OF MINE waren die einzigen, die an diesem Abend wirklich etwas anboten, was man in den Bereich Metal einordnen könnte, auch wenn die Musik mehr Richtung Core ging und damit schon in den Bereich der konfessionellen Grabenkämpfe geriet. Die Musik wurde recht amtlich präsentiert. Es fiel jedoch auf, dass die Bandmitglieder alle noch sehr jung sind, und gewisse Nachlässigkeiten in der Bühnenpräsenz können wohl damit erklärt werden, dass einfach die Erfahrung fehlt. Insofern war der dritte Platz vollkommen berechtigt.

Die CASSETTES, die danach die Bühne betraten, hatten, was als erstes auffiel, drei Gitarristen. Leider wurde diese Vielfalt nicht ausgenutzt, und so blieb die Musik der Band ohne erkennbaren eigenen Stil. Der Sänger lief auf der Bühne immer den gleichen Kreis, und die Aktivität der restlichen Band kam wenig über die Bierdeckel-Show hinaus. Dennoch waren die CASSETTES nicht unbedingt das, was man eine schlechte Band nennen würde, und der letzte Platz wird wohl vor allem von ihnen belegt, weil einer es eben sein muss.

Als einzige Hip-Hop-Kombo präsentierte sich im Anschluss NUT BASEMENT. Die Songs waren, auch wenn man sonst eher Metal mag, eigentlich recht gut, musikalisch betrachtet. Was weniger gut war, war das Stage-Acting des Sängers und der beiden Sängerinnen, das sich zu 80% auf unmotiviertes Hüftgewackel beschränkte. Nut Basement sind eine wirkliche CD-Band: Die stimmungsvollen Kompositionen sind zu Hause wirklich toll zu hören, taugen aber kaum für große Live-Shows, sondern vielleicht höchstens für gemütliche Sit-ins.

Die letzte Band des Abends war dann die diesjährige Sieger-Band FUCKING IN CHAMPAGNE. Nachdem das Quartett zu „Wild Boys“ von DURAN DURAN den Auftritt eingeleitet hatte, gab es seine Stücke zum besten, die an diesem Abend mit Abstand den originellsten Stil offenbarten. In Sachen Show wurden sie zwar, wie alle anderen, von HOT CAMSHAFT übertroffen, dennoch machten sie dies musikalisch mehr als wieder wett: Die Songs bestachen vor allem durch Rhythmik und kluges, niemals überschwelliges Arrangement als durch technische Raffinesse, aber gerade dadurch machte die Band soviel Spaß. Wer sich selber nochmal ein Bild von den Gewinnern machen möchte, kann dies gleich am Mittwoch tun: Da spielen sie, unter anderem mit SORROWFIELD, auf dem Twisted-Sound-Contest im Meisenfrei.

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